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17.06.2010: Biophysikalische Arbeitstagung in Bad Schlema - Prof. Dr. Dr. Grunewald als Tagungspräsident – Heilmittel Radon

Der Neualbenreuther Badearzt eröffnete die dreitägige Veranstaltung die unter dem Thema:„Biologische Wirkungen niedriger Strahlendosen - natürliche Strahlenexposition, Radon-Balneotherapie und Strahlenschutz“ stand. Über 30 Vorträge aus der gesamten Bundesrepublik und dem benachbarten Österreich fanden sich in dem anspruchsvollen Programm. Ein zusätzliches Gewicht erhielt dieser Kongress dadurch, dass er von der sächsischen Landesärztekammer als Weiterbildungsveranstaltung höchsten Ranges eingestuft wurde. Neben dieser Anerkennung als Fortbildungsveranstaltung für Ärzte wurde über die AOK auch für Physiotherapeuten die Fortbildungsanerkennung ausgesprochen.

Im einführenden Teil der Tagung wurde daher mit einer Übersicht über die Kurortmedizin des kurortspezifischen und ortsgebundenen Heilmittels Radon, eines Elements im Niedrigstrahlendosisbereich, begonnen. Es wurden die Grundlagen der Radonbalneotherapie  erläutert, die Indikationen sowie die Unbedenklichkeit dieser Therapie dargelegt. Besonders Patienten mit chronischen Erkrankungen der Gelenke (z.B.Arthrosen und chron. Polyartritis), der Wirbelsäule (z.B .Bechterewsche Erkrankung und Bandscheibenschäden), des Weichteilapparates (z.B. Fibromyalgie), der Haut (z.B. Schuppenflechte und Neurodermitis)  des Atemapparates sowie Schmerzsyndrome unterschiedlichster Ursachen gewinnen mit dieser Therapie Lebensqualität. Es wurden die heute gebräuchlichsten Medikamente, ihre Wirkung, aber auch ihre teils lebensbedrohlichen Nebenwirkungen erläutert und Nachweise präsentiert, wie diese Medikamente durch Radontherapie zumindest reduziert, wenn nicht sogar ersetzt werden können.

Aktuelle Erkenntnisse belegen immer deutlicher, worauf die Wirkung der niedrigen Bestrahlungsdosen und Radonmengen, die in der Therapie verwendet werden, beruht. Dabei stehen die Freisetzung von entzündungshemmenden Botenstoffen des Immunsystems, wie des Transforming Growth Factor beta (TGF-ß), und die Modulation des programmierten Zelltodes (Apoptose) im Vordergrund der strahlenbiologischen Forschung. Beide Mechanismen tragen maßgeblich zur Regulation des Entzündungsgeschehens in Sinne einer anti-entzündlichen und schmerzmindernden Reaktion nach Bestrahlung bei.

Ein spannendes Thema war auch die Radon-Messtechnik, die sich mit der Messung des Radongehalts der Heilbäder, mit der Verringerung der Radoninhalation durch das Bäderpersonal und mit dem natürlichen Radongehalt des Trinkwassers beschäftigt. Entscheidend ist, dass auch nach dem neuesten Stand kein Radonpatient befürchten muss, krankmachenden Radonkonzentrationen ausgesetzt zu sein, denn in der Radontherapie werden sehr geringe Radonmengen und kurze Expositionszeiten verwendet. Hier ist das Oberpfälzer Sibyllenbad durch die Zusammenarbeit mit der Universität Regensburg und anderen namhaften Wissenschaftlern immer wieder federführend bei der aktuellen Forschung. Werkleiter Gerhard Geiger betonte am Rande der Tagung, dass die Forschungsaktivitäten sowohl den Patienten als auch den Beschäftigten im Sibyllenbad zugute kommen.

Der RADIZ- Vereinsvorsitzende Heinz-Günter Kraus und auch Tagungspräsident Prof. Dr. Grunewald äußerten sich zum Abschluss sehr zufrieden mit dem Verlauf des Kongresses. Der fachliche Austausch renommierter Wissenschaftler werde auch in Zukunft wichtig bleiben, um Ängste in der Bevölkerung zum Thema Strahlenbelastung abzubauen und die gesundheitsfördernde Wirkung durch fundierte Balneotherapie zu untermauern.

Prof. Dr. Dr. W.A. Grunewald, ärztlicher Leiter des Sibyllenbades und Tagungspräsident der 5. Biophysikalischen Tagung in Bad Schlema

 
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