Dieser Inhalt ist kann erst angezeigt werden, wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen.
Um den Inhalt zu laden, klicken Sie dazu im Banner ganz unten auf dieser Seite auf "Akzeptieren".

10 Fragen zur Radontherapie

Immer wiederkehrende Fragen zur Radontherapie werden wissenschaftlich fundiert und allgemein-verständlich beantwortet. Herausgeber dieser 10 Fragen ist EURADON – Verein Europäische Radonheilbäder e.V. :

Frage 1 – Was ist Radon?

Radon, genauer Radon-222, ist ein natürliches radioaktives Gas das geruch- und farblos ist und als Edelgas keinerlei chemischen Verbindungen mit Körperstoffen eingeht und nur über die hochenergetische Alphastrahlung mit niedriger Eindringtiefe bis zu 4 Zell-reihen wirkt. Quelle dieses Edelgases ist das in der Erdrinde überall enthaltene Radium, ein Metall, das wiederum durch
Zerfall von Uran entsteht.

Die physikalische Halbwertszeit von Radon beträgt 3,8 Tage, die biologische nur 20 bis 30 Minuten. Das heißt, dass die Hälfte des Radons nach dieser Zeit vom Kör-
per ausgeschieden ist. Schon nach wenigen Stunden ist kein Radon mehr im Körper nachweisbar. Bei der Diskussion um ein radonverursachtes Risiko geht es eigentlich nicht um das Edelgas selbst, sondern um seine „Töchter“: Radon zerfällt wiederum in eine Reihe kurzlebiger Folgeprodukte, in Polonium, Wismut und Blei. Sie können nur zu einem ganz geringen Teil im Körper haften bleiben, während Radon als Edelgas keine chemischen Verbindungen im Organismus eingeht. Es zerfallen jedoch nur ein bis zwei Prozent des Radons im Körper, so dass der Anteil der
Folgeprodukte sehr klein ist. So sind auch nach jahrhundertelangen balneologisch-therapeutischen Radonanwendungen keine Schädigungen bekannt geworden. Im Gegenteil im Niedrigdosisbereich von Alpha-Strahlen sind positive Effekte auf Zellfunktion und Zellreparatur beschrieben worden.

Frage 2 – Wo tritt Radon auf?

Radon ist überall in der Erdrinde und in der Luft enthalten. Die Radonwerte sind regional sehr unterschiedlich, etwa dort besonders hoch, wo viel uranhaltiges Gestein vorkommt und der Boden sehr gasdurchlässig ist. Das ist zum Beispiel der Fall im Erzgebirge, im Fichtelgebirge, im Frankenwald, im Thüringer Wald, in der Oberpfalz, im Bayerischen Wald, im Hunsrück, in den
Hohen Tauern sowie im Mühl- und Waldviertel. Ist Quellwasser von viel Radongas im Erdreich umgeben, kann es ebenfalls radonhaltig sein. Auch in Häusern und Wohnungen tritt Radon auf, abhängig davon, wie dicht der Gebäudeuntergrund und Gebäudeisolierung ist sind. Dies kann zur Schädigung durch Radon-Dauerstrahlenbelastung führen, im Gegensatz zu den Kurzeitbehandlungen in der Radonbalneologie, bei denen positive Effekte dokumentiert sind. Jeder Mensch nimmt über die Atemluft und Nahrung natürliche radioaktive Stoffe auf. Durchschnittlich ist man in Deutschland einer natürlichen Strahlung von 2,4 mSv (Millisievert) im Jahr ausgesetzt. Davon macht das Radon über die Hälfte aus, nämlich 1,4 mSv. Mit
der Dosiseinheit Sievert (Sv) kann die biologische Wirkung der Strahlung im Körper ausgedrückt werden. Diese hängt von der Strahlungsart und der Anfälligkeit des betroffenen Körperteils ab.
Zu der natürlichen Strahlung kommt die Strahlung aus zivilisatorischen Quellen, die einen Durchschnittswert von 1,6 mSv ergibt. Diese Belastung geht vorwiegend auf den medizinischen Bereich zurück, vor allem auf Röntgenaufnahmen.

Frage 3 – Welche biologischen Wirkungen der Radioaktivität sind bekannt?

Bei ionisierender Strahlung (Radioaktivität) wird Energie übertragen, die – abhängig von der Dosis – im Kör-
per bestimmte Veränderungen in den Zellen hervorruft. Die Strahlen-Experten sind sich einig, radioaktive Strahlung in hohen Dosen kann Krebs auslösen oder Ungeborene im Mutterleib schädigen. Uneinigkeit besteht bei der Frage: Wie hoch ist das gesundheitliche Risiko bei sehr niedrigdosierter Strahlung? Es gibt gesicherte Hinweise aus Tierexperimenten und
Bevölkerungsstudien, dass Radioaktivität in geringen Dosen bis zu einem Schwellenwert sogar gesundheitsfördernd sein kann. Die balneologisch tätigen Ärzte gehen davon aus, dass niedrigdosierte Strahlung in Form einer Radonanwendung im Organismus einen kurzen Reiz setzt, der Zellen und Organe stimuliert. Dieser positive Effekt von kleinen Dosen im Gegensatz
zur negativen Wirkung von hohen Dosen wird Hormesis (hormao = griech. anregen, ermuntern) genannt.  Diese Hormesis-Theorie steht der Theorie einer linearen Dosis-Wirkungs-Beziehung ohne Schwellenwert gegenüber. Das Bundesamt für Strahlenschutz vertritt aus reinen Vorsichtsgründen den Standpunkt, dass radioaktive Strahlung auch in sehr geringen Dosen noch
gefährlich sein könnte.*  Dies ist allerdings eine rein theoretische, weil nur rechnerische Annahme – bisher ist keine gesundheitliche Gefährdung durch Radioaktivität in geringen Mengen
nachgewiesen worden.
*siehe auch Zusatzfrage (am Ende)

Frage 4 – Kann Radon nützliche Wirkungen im Körper entfalten?

Balneologen – Badeärzte an Radonstandorten schreiben dem radioaktiven Edelgas in niedrigen Dosen entzündungshemmende und schmerzlindernde Effekte zu. Mittlerweile gibt es dafür auch zahlreiche Hinweise aus der Grundlagenforschung:

  1. Die Reparaturkapazität der Zellen für Schäden im Erbgut wird durch die Alpha-Strahlung verbessert. Jede Zelle ist von Natur aus befähigt, Funktionsstörungen bis hin zu bösartigen Entartungen zu erkennen und rechtzeitig zu beseitigen. Werden Zellen zunächst niedrigerer Strahlung, anschließend stärkerer Strahlung ausgesetzt, bleiben die sonst üblichen Schäden der höheren Strahlendosen aus.
  2. Radon bzw. seine Folgeprodukte reichern sich während einer Radonbehandlung in fettreichen Geweben und im Zentralnervensystem an. Das könnte eine gesteigerte Hormonproduktion zur
    Folge haben. Der schmerzlindernde Effekt einer Radonkur wird u. a. auf die Ausschüttung von Endorphinen (körpereigene schmerzlindernde Stoffe) zurückgeführt.
  3. Das Immunsystem wird positiv beeinflusst: Bei Patienten mit Morbus-Bechterew und degenerativen Gelenkleiden hat sich durch eine Radontherapie die anfangs erniedrigte Aktivität von Abwehrzellen normalisiert.
  4. Die Produktion von Radikalenfängern wird erhöht. Sie machen freie Radikale unschädlich (zerstörerische Stoffwechselprodukte, die u. a. auch bei rheumatischen Prozessen eine wesentliche Rolle spielen).

Frage 5 – Wie wird eine Radontherapie durchgeführt?

Baden, Trinken, Inhalieren – das sind die drei verschiedenen Formen der Radontherapie, wie sie heute in den Heilbädern innerhalb von drei- bis vierwöchigen Kuren
durchgeführt werden. In der Regel werden jeweils 8 – 12 Anwendungen verordnet.

1. Bei Wannenbädern im radonhaltigen Wasser gelangt das Edelgas vorwiegend über die Haut in den Körper, zusätzlich kann das aus dem Badewasser
entweichende Radongas eingeatmet werden, was aber häufig durch Wannenabdeckung vermieden wird, auch um die Radonkonzentration im Bad zu erhöhen.
2. Bei einer Kur im Heilstollen atmen die Patienten die radonhaltige Luft ein. Sind die Patienten nicht bekleidet, wird Radon somit auch gleichzeitig auch
über die Haut aufgenommen. In Badeorten mit radon-haltigen Quellen können die aufsteigenden Gase auch abgefangen und den Patienten über Hauben zum Inhalieren oder in Kabinen als Dunstbad zugeführt werden.
3. Bei den Trinkkuren mit radonhaltigem Wasser nimmt der Blutkreislauf Radon über den Magen-Darmtrakt auf.

 

Frage 6 – Gibt es bei der Radontherapie ein Strahlenrisiko?

Schon vor hundert Jahren machte die „Schneeberger Krankheit“ von sich reden: Bergleute im Erzgebirge, die untertage über viele Jahre hohen Radon-und Staubkonzentrationen ausgesetzt waren, starben früh an Lungenkrebs. Inzwischen haben Untersuchungen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen hohen Radondosen und Lungenkrebs ermittelt. Aufgrund dieser Daten wird in Verbindung mit rein mathematischen Modellen ein mögliches Tumorrisiko auch bei einer Radontherapie diskutiert. Andere Krebsarten im Zusammenhang mit Radon schließen die Experten
aus. Es ist jedoch zu beachten, dass es sich bei einer Radontherapie im Stollen um bis zu tausendfach niedrigere Werte als in den Bergwerken handelt. Zum Vergleich: Während die Bergleute über Jahre hinweg Dosen bis zu mehreren Sv (Sievert, s. Frage 2) ausgesetzt waren, rechnet man heute bei einer dreiwöchigen Heilstollenkur mit höchstens 1,8 mSv (Millisievert). Das entspricht etwa einer Röntgenuntersuchung der Lendenwirbelsäule in 2 Ebenen. Bei einer Badekur summiert sich dieser Wert sogar auf nur 1 mSv. Zudem waren die Bergleute einer Langzeitbelastung über
Jahre ausgesetzt, während in der Radonbalneologie nur Kurzzeitexpositionen zur Anwendung kommen. Eine Radontherapie stellt demnach eine Strahlenbelastung dar, die in der normalüblichen Strahlung untergeht, so die Experten. Die Daten aus dem Bergbau lassen sich auch deshalb nicht auf eine Radonkur übertragen, weil die Luft in den Bergwerken im Unterschied zum Heilstollen auch mit anderen Lungenkrebs erzeugenden Schadstoffen belastet ist, wie z. B. Arsen oder Dieselabgasen und vor allem Feinstaub. Zudem ist der Raucheranteil – etwa jeder 10. rauchen-
de Bergmann bekommt Lungenkrebs – unter den Bergleuten überdurchschnittlich hoch. Berücksichtigt man diese Faktoren, ist selbst bei der pessimistischen Annahme einer linearen Dosis-Wir-
kungs-Beziehung ohne Schwellenwert (s. Frage 3), wie sie der Strahlenschutz aus reinen Vorsichtsgründen vertritt, das Lungenkrebsrisiko einer Radontherapie vernachlässigbar klein. Auch die Daten der Dauerbelastung in Wohnräumen mit erhöhter Radonkonzentration lassen sich nicht auf die kurzzeitige Radonanwendung im Rahmen einer Heilkur übertragen.
Für die Radontherapie gilt das Gleiche wie für jede medizinische Anwendung ionisierender Strahlung, z. B. Röntgenstrahlung oder nuklearmedizinischer Verfahren zur Schmerz- und Entzündungslinderung: Der Arzt muss Nutzen und Risiko für den Patienten gegenüberstellen und abwägen.

Frage 7 – Bei welchen Krankheiten ist eine Radontherapie angezeigt?

Im Laufe der über 100-jährigen dokumentierten Erfahrung mit der Radontherapie haben sich einige Krankheitsbilder herauskristallisiert, bei denen sich die Radonkur als spezifisch wirksam erwiesen hat. Das sind:

  1. Erkrankungen des entzündlich-rheumatischen Formenkreises, allen voran die Bechterew`sche Krankheit (Morbus Bechterew), aber auch chronische Polyarthritis (Rheumatoide Arthritis) im schubfreienIntervall
  2. Degenerative Wirbelsäulen und Gelenkerkrankungen, z. B. Hüft- und Knie-Arthrose, Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule (z. B. Bandscheibenschäden)
  3. Bestimmte Formen des Weichteilrheumatismus; wie Fibromyalgie
  4. Erkrankungen der Atemwege, wie Asthma bronchiale oder chronische Bronchitis; chronische Sinusitis
  5. Hautkrankheiten, wie Schuppenflechte (Psoriasis) und Sklerodermie.

Bei diesen chronischen Krankheiten kann zwar die Entzündungshemmung und damit auch Schmerzlinderung durch das Radon keine Heilung bringen, aber wesentlich zur Linderung der Beschwerden beitragen. Um die Lebensqualität der Patienten dauerhaft zu verbessern, kann eine Wiederholung der Kur alle ein bis drei Jahre angezeigt sein.

Frage 8 – Wem ist von einer Radontherapie abzuraten?

Menschen mit einer Überfunktion der Schilddrüse und Schwangeren ist von einer Radonkur abzuraten. Auch Patienten mit akuten Erkrankungen sollten sich keiner Radontherapie unterziehen.
Erfolgreich behandelte Krebspatienten bedürfen der individuellen ärztlichen Entscheidung. Im Heilstollen darf man nicht unter Platzangst leiden. Bei Kindern und Heranwachsenden muss der behandelnde Arzt über eine mögliche Anwendung von Radon entscheiden.

Frage 9 – Sind die Erfolge einer Radontherapie wissenschaftlich belegt?

Schon seit Jahrhunderten genießen einige heiße Quellen, z. B. auf Ischia oder in Bad Gastein, den Ruf besonderer Heilkraft. Wurde bis dahin ein „Brunnengeist“ für die heilsame Wirkung verantwortlich gemacht, entdeckten Forscher 1904 das Radon als wirksamen Bestandteil der Quellen. Die Radontherapie ist inzwischen in einigen klinischen Studien an Patienten wissenschaftlich untersucht worden – mit positivem Ergebnis. Bei allen Untersuchungen fällt auf, dass die therapeutische Wirkung des Radons mit Verzögerung eintritt, dann aber mehrere
Monate anhält. In genau kontrollierten Doppelblindstudien, bei denen weder die Patienten noch die untersuchenden Ärzte wussten, welcher Patient Radon erhielt und welcher nicht, wurde seine therapeutische Wirksamkeit erhärtet.

Hier einige Beispiele:

  1. An 60 Patienten mit chronischer Polyarthritis, die sich einer 4-wöchigen stationären Rehabilitation mit med. Bädern, Krankengymnastik u. a. Behandlungen unterzogen, konnte gezeigt werden, dass radonhaltige Kohlensäurebäder besser wirken als radonfreie. Die Patienten, die mit Radon behandelt wurden (15 Vollbäder), hatten deutlich weniger Schmerzen und konnten sich besser bewegen als die Vergleichsgruppe (ebenfalls 15 Vollbäder). Während bei der Kontrollgruppe die durch die Therapie eingetretene Besserung schnell wieder abklang, war bei der Radongruppe der positive Effekt auch noch 6 Monate nach der Behandlung festzustellen.
  2. 262 Patienten mit Morbus Bechterew erhielten stationär vier Wochen lang Reha-Maßnahmen mit intensiver Therapie, wie Krankengymnastik und Sport; ein Teil von ihnen inhalierte zusätzlich im Radonstollen. Sie hatten auch noch neun Monate später signifikant weniger Schmerzen als die Vergleichsgruppe, die kein Radon inhaliert hatte. Besonders interessant ist dabei der Einspareffekt von Medikamenten – bedenkt man nicht nur die Kosten, sondern auch die zum Teil erheblichen Nebenwirkungen: Während die Kontrollgruppe ihre anfängliche Dosis an Schmerzmitteln nur um 1/6 reduzierte, und zwar lediglich für die Dauer eines halben Jahres, brauchte die Radongruppe auch noch ein ganzes Jahr nach der Kur ⅓ weniger Schmerzmittel.
  3. In einer weiteren Untersuchung mit 100 Morbus-Bechterew-Patienten, die innerhalb von 12 Jahren wiederholt Reha-Maßnahmen durchführten, konnte gezeigt werden, dass der Verbrauch an Schmerzmitteln deutlich niedriger blieb, wenn die Reha-Maßnahmen mit einer Radonstollentherapie gekoppelt waren.
  4. In Russland mit seinen mehr als 30 Radon-Kurorten hatte man von jeher besonders gute Möglichkeiten, die Wirksamkeit von Radon zu testen. Denn hier gewinnt man Radonzubereitungen auch künstlich. Damit konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass der positive Effekt des Radons reproduzierbar und dosisabhängig ist – für Pharmakologen ein Beweis für die therapeutische Wirkung eines Arzneimittels. Zudem konnte durch die Radiumlaboratorien belegt werden, dass die Erfolge des Radons nicht den allgemeinen Kureinflüssen, sondern
    wirklich dem Radon selbst zuzuschreiben sind.
  5. 652 Patienten nahmen an der IMuRa–Studie (internationale, multizentrische, randomisierte klinische Radon-Studie) teil – einer in 9 Radonkurzentren an unterschiedlichen Orten ambulant durchgeführten klinischen Studie zur Prüfung der Wirksamkeit von Radon-Behandlungsserien bei chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates.Das Studienergebnis belegt, dass die mit Radon behandelten Patienten eine signifikant deutlichere Schmerzreduktion als die Patienten unter der Vergleichsbehandlung verspürten. Die beobachtete Überlegenheit der Radonbehandlung wies zudem eine Nachhaltigkeit über 9 Monate auf. Dies bestätigt die bereits in früheren, kleineren Studien nachgewiesenen langanhaltenden analgetischen Effekte von seriellen Radonbehandlungen mit „Hafteffekt“. Dieses Resultat beweist erneut, dass durch die Radontherapie eine deutliche Schmerzlinderung möglich ist, die auch über einen
    Zeitraum von neun Monaten anhalten kann. Für den Patienten kann damit u. U. die Einnahme von Schmerzmedikamenten verringert und sein gesamter Organismus mit Blick auf unerwünschte Medikamentennebenwirkungen entlastet werden. *In Bad Steben in Oberfranken wurden bei 100 Patienten mit degenerativen Wirbelsäulen und Gelenkserkrankungen die klinischen und immunologischen Effekte serieller Radon- und Radon-C0₂ Bäder (9 Bäder in 3 Wochen), doppelblind und randomisiert über 6 Monate in der RADON_01 Studie 2013 untersucht. Weder Patient noch Therapeut wussten, welches Bademedium gerade verabreicht wurde. Die Studie war als Monotherapie ohne zusätzliche medikamentöse oder physiotherapeutische Schmerztherapie angelegt. Ca. 72 % der Patienten mit degenerativen Wirbelsäulen- und Gelenkserkrankungen profitierten mit einer langanhaltenden signifikanten Schmerzlinderung. Schmerzhäufigkeit, Schmerzdauer und Intensität nahmen deutlich ab.  Bei den Radon-C0₂ Bädern, welche Hochdruckpatienten verabreicht wurden sank der Blutdruck über 4 Monate besonders in den Nachtwerten um 13 mm Hg syst. und 4 mm Hg diastolisch ab, ohne dass die Medikamente geändert wurden. Zwischen reinen Radonbädern und Radon-C0₂ Bädern bestand kein signifikanter Wirkungsunterschied hinsichtlich der Schmerzlinderung, da Radon über die C0₂- Durchblutungsförderung der Haut verstärkt aufgenommen wird. Korrespondierend zu den klinischen Effekten fanden sich immunologische Hinweise auf Entzündungshemmung und Immunmodulation ebenfalls über einen Zeitraum von 6 Monaten. So sind der „Hafteffekt“ serieller Radonbäder mit langanhaltender Schmerzreduktion wissenschaftlich nachvollziehbar. Zusätzlich konnten antioxydative und damit antiatherosklerotische Effekte und eine vegetative Umstimmung mit Stimulierung des Vagus-Erholungsnerves nachgewiesen werden. Serielle Radonanwendungen sind somit nicht nur für  entzündlich-rheumatische Erkrankungen, sondern auch  für degenerative Wirbelsäulen-und Gelenksbeschwerden geeignet, an denen über 70% der älteren Menschen leiden. Da diese meist auch begleitende Herzkreislauferkrankungen haben, bieten sich serielle Radon-C0₂-Bäder mit ihren günstigen Nebeneffekten geradezu an. Radonanwendungen haben jahrhundertelange Tradition, Schädigungen sind nicht bekannt geworden, Nebenwirkungen treten im Gegensatz zu Schmerzmedikamenten nicht über dem Placebo-Niveau auf. In unserer demographisch alternden Gesellschaft wird die nebenwirkungsfreie Langzeitschmerztherapie bei degenerativen Wirbelsäulen und Gelenkserkrankungen durch Radonanwendungen deswegen zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Frage 10: Wo wird Radontherapie angeboten?

Deutschland: Altenberg, Bad Brambach,  Bad Kreuznach,  Bad Schlema, Bad Schmiedeberg, Bad Steben, St. Blasien/Menzenschwand, Sibyllenbad/Neualbenreuth, Weißenstadt
Tschechien: Jáchymov (St.Joachimsthal)
Polen: Świeradów Zdrój (Bad Flinsberg)
Österreich: Bad Gastein, Bad Hofgastein, Bad Zell
Weitere Radonkurorte in: Bulgarien, Frankreich, Italien, Japan, Ungarn, Ukraine, Russland (mehr als 30 Badeorte), Schweiz, u. a.

Zusatzfrage: Was sagt der Strahlenschutz zur Radontherapie?

„Die Radon-Balneotherapie kann, insbesondere im Hinblick auf die Linderung von Schmerzen, einen günstigen Einfluss auf das Wohlbefinden der Patienten haben mit der Möglichkeit, eine begleitende medikamentöse Schmerztherapie mit ihren zum Teil erheblichen Nebenwirkungen zumindest auf Zeit zu reduzieren. Bei strenger und fachlich kompetenter ärztlicher Indikationsstellung unter Abwägung des Strahlenrisikos sowie sorgfältiger ärztlicher Überwachung der Therapiemaßnahmen und -erfolge kann eine Radon-Balneotherapie bei chronisch schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungsapparates medizinisch gerechtfertigt sein. Besondere individuelle Risikofaktoren, wie Rauchgewohnheiten, Alter, Geschlecht und Konstitution des
Patienten, sind zu berücksichtigen. Einer Behandlung von Kinder, Jugendlichen und Schwangeren stehen gewichtige strahlenhygienische Gründe entgegen.“
Resümee aus der Stellungnahme des BfS zur Radon- Balneotherapie Quelle: BfS aktuell, Informationen des Bundesamtes für Strahlenschutz 2/00 3. Jahrgang Juni 2000

Weiterführende Literatur:

22 Antworten auf Fragen zum Thema Radon
von Prof. Dr. W. Schüttmann, RADIZ-Information Nr. 14/96

Radon in der Kurortmedizin
Sammelband, zum Teil in englischer Sprache
herausgegeben von H. G. Pratzel und P. Deetjen
ISMH-Verlag Geretsried, 1997
ISBN-Nr. 3-9804437-2-8

Radon und Gesundheit
Berichtsband vom Bad Hofgasteiner Symposion 1998, z. T. in engl. Spra-
che, herausgegeben von P. Deetjen und A. Falkenbach, Europ. Verlag der
Wissenschaften Peter Lang, Frankfurt/M. 1999
ISBN-Nr. 3-631-35532-7

Tagungsbände der
3. Biophysikalischen Arbeitstagung 2001, ISBN 3-9806914-5-4
4. Biophysikalischen Arbeitstagung 2006, ISBN 3-9811258-1-9
5. Biophysikalischen Arbeitstagung 2010, ISBN 3-9811258-7-8
Bezug über Verein RADIZ Schlema e. V.

Radon als Heilmittel
Therapeutische Wirksamkeit, biologischer Wirkungsmechanismus und
vergleichende Risiko- bewertung; herausgegeben von P. Deetjen, A. Fal-
kenbach, D. Harder, H. Jöckel, A. Kaul und H. v. Philipsborn; Schriftenrei-
he HIPPOKRATES medizinische Forschungsergebnisse Band 67 Verlag
Dr. Kovač, Hamburg, 2005
ISBN 3-8300-1768-5

Grundlagen, Heilerfolge und mögliche Nebenwirkungen
der Radonterapie – Eine Informationsschrift für Ärzte und Patienten,
RADIZ-Information Nr. 29/2009

Auszug/Zusammenfassung der wissenschaftlichen Bewertung
„Radon als Heilmittel“ RADIZ-Information Nr. 25/2005
Ist eine Radon-Therapie im Heilstollen oder im Wannenbad der
Gesundheit des Patienten abträglich? – Eine kurz gefasste Patien-
teninformation, RADIZ-Information Nr. 30/2009

Sonderdrucke zum Thema Radon
– aktuelle Aufsätze aus Fachzeitschriften Bezugsquellen:

Literatur erhältlich über:
EURADON – Verein Europäischer Radonheilbäder e. V.
Prof. Dr. B.-Rajewsky-Str. 4, D-08301 Bad Schlema
E-Mail: info@bad-schlema.de
Telefon/Fax: 0049 (0) 3771 / 215515

Kontakt

Sie haben Fragen zu unseren Leistungen?
Der Gästeservice freut sich auf Sie.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen